Rücknahme radioaktiver Abfälle aus der Wiederaufarbeitung

Bis 2005 wurden Brennelemente aus deutschen Atomkraftwerken zur Wiederaufarbeitung nach Großbritannien und Frankreich transportiert. Die dabei angefallenen, in Deutschland verursachten hochradioaktiven Abfälle wurden größtenteils bereits nach Deutschland zurücktransportiert. 25 Behälter mit verglasten radioaktiven Abfällen stehen jetzt zur Rückführung nach Deutschland an. Sie sollen in den Zwischenlagern Biblis, Brokdorf, Isar und Philippsburg aufbewahrt werden. Von dort aus sollen die Behälter später zu einem Endlager beziehungsweise in die daran angeschlossene Konditionierungsanlage gebracht werden.

Verursacher dieser hoch­radioakti­ven Abfälle sind die deutschen Atomkraft­werke (AKW). Die Betreiber der AKW haben Brenn­elemente im Ausland wieder­aufar­beiten lassen. Deutschland ist zur Rücknahme dieser Abfälle durch die Abfall­verur­sacher verpflichtet.

Bis 2005 war die Wiederauf­arbeitung im Ausland ein vorge­sehener Entsorgungs­weg, bis 1994 sogar die vorgeschrie­bene Regelung.

Seit 2005 sind in Deutschland Transporte zur Wiederaufarbeitung deutscher Kernbrennstoffe im Ausland gesetzlich verboten. Es lagern allerdings noch Wiederaufarbeitungsabfälle im Ausland. Gemäß ihren vertraglichen Verpflichtungen müssen die Abfallbesitzer, die Betreiber der Atomkraftwerke, ihre radioaktiven Abfälle nach Deutschland zurücknehmen. Zur Rücknahme dieser Abfälle hat sich die Bundesrepublik Deutschland auch völkerrechtlich verpflichtet.

Wiederaufarbeitung von Brennelementen
Der „Brennstoff“ für den Betrieb von Kraftwerken ist in den sogenannten Brenn­elementen enthalten. Nach mehreren Betriebs­jahren haben diese ausgedient und werden ausge­tauscht. Die Betreiber der deutschen Atomkraft­werke haben die Brenn­elemente zur Wiederauf­arbeitung nach La Hague (Frankreich) und Sellafield (Großbritannien) transpor­tiert. Bei der Wiederauf­arbeitung werden die Brenn­elemente mechanisch zerkleinert und durch ein chemisches Verfahren in wieder­verwertbare Kernbrenn­stoffe und in radioaktiven Abfall getrennt.

Im Konsens beschlossen: Faire regionale Verteilung

Bis zum Jahr 2011 wurden bereits 108 CASTOR®-Behälter mit hochradioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung in La Hague in das Zwischenlager Gorleben zurückgeführt. Fünf Behälter mit hochradioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung in Karlsruhe stehen im Zwischenlager Nord bei Greifswald. Weitere 25 CASTOR®-Behälter müssen in den kommenden Jahren nach Deutschland zurückgeführt werden.

Konzept zur Rückführung

Die verbliebenen 25 Behälter sollen entsprechend der atom­gesetzlichen Regelung nicht mehr in das Zwischen­lager Gorleben, sondern in kraftwerks­nahe Zwischenlager (Standort-Zwischen­lager) gebracht werden. Im Jahr 2015 hat das Bundes­umwelt­ministerium ein Konzept zur Rück­nahme vorgelegt. Für die noch im Ausland lagernden Abfälle aus der Wiederauf­arbeitung deutscher Brennele­mente sieht dieses Konzept eine bundesweit ausgewogene Verteilung vor. Mit breitem politischen Konsens wurden vier Standorte für die Rückführung festgelegt: Biblis in Hessen, Brokdorf in Schleswig-Holstein, Isar in Bayern und Philippsburg in Baden-Württemberg.

Hierüber besteht Einigkeit zwischen Bundes­regierung, allen beteiligten Landes­regierungen und den AKW-Betreibern als Abfall­verursacher, die für den Rücktransport der von ihnen erzeugten Abfälle verantwortlich sind und bleiben. Für die vier benannten Standort-Zwischenlager haben die bisherigen Zwischenlager­betreiber Anträge eingereicht. Diese atomrechtlichen Genehmigungsverfahren werden seit dem 1. Januar 2019 durch BGZ geführt. Damit steht für alle hochradio­aktiven Abfälle aus den deutschen Atom­kraftwerken fest, in welchem Zwischen­lager sie jeweils bis zur Abgabe an das Endlager aufbewahrt werden sollen. Technisch sind die Zwischenlager, in denen schon heute hochradio­aktive Abfälle in Form von bestrahlten Brenn­elementen aus dem jeweiligen Atom­kraftwerk lagern, für die Aufbe­wahrung dieser Behälter ausgestattet.

Das Bundesumweltministerium stellte in seinem Gesamtkonzept zur Rücknahme vom 19.06.2015 fest: „Die Voraussetzungen für die Rückführung der Behälter mit verglasten Abfällen aus der Wiederaufarbeitung nach Deutschland sind geschaffen. Deren Aufbewahrung in Deutschland ist technisch und rechtlich möglich. Die Ausführungen zu den technischen, rechtlichen und verfahrensbezogenen Rahmenbedingungen gelten für […] alle Zwischenlager, in denen die Aufbewahrung erfolgen soll.“

„Mein Konzept soll den Atomkonzernen als Richtschnur dienen, wie sie ihre gesetzlichen Verpflichtungen zur Rückführung und Aufbewahrung der verglasten radioaktiven Abfälle aus der Auslandswiederaufarbeitung erfüllen können“,

erklärte die damalige Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks.

Zur Pressemeldung des Bundesumweltministeriums

Freistaat Bayern
Die Bayerische Staats­regierung erkennt die Rückführung als gesamt­staatliche Aufgabe an. Bundes­umweltmini­sterium und Bayerische Staats­regierung haben eine gemein­same Erklärung zur Rückführung veröffentlicht.



In einer Pressemitteilung sichert der damalige Minister­präsident Horst Seehofer zu, im Zwischenlager Isar sieben Castoren zwischenzulagern, falls auch die weiteren in Betracht kommenden Standorte in Schleswig-Holstein, Hessen und Baden-Württemberg Castoren aufnehmen.

Weiter führt Ministerpräsident Seehofer aus:

„Tragfähige Lösungen für die großen Herausfor­derungen unserer Zeit findet man nur im Konsens. Die sichere Lagerung und Zwischen­lagerung von Relikten aus der Zeit der Atom­energie ist eine gesamt­staatliche Aufgabe. Bayern wird hier selbst­verständlich Mitver­ant­wor­tung über­nehmen.“

Zur Pressemitteilung der Bayerischen Staatsregierung



Diese Position hat die amtierende Bayerische Staats­regierung aktuell noch einmal bestätigt. In seiner Antwort auf die Anfrage einer Landtags­­abgeordne­ten zur Plenar­sitzung am 11. Dezember 2018 stellte das für die Atom­­aufsicht in Bayern verant­wort­liche Staats­­ministerium für Umwelt und Verbraucher­­schutz klar:

„Die Standort-Zwischen­­lager erfüllen alle Anforde­rungen. […] Es wurde 2015 zwischen Bund und Freistaat Bayern vereinbart, dass u. a. im Standort-Zwischen­­lager Niederaich­­bach ein Teil der zurück­­zuführen­­den radioaktiven Abfälle zwischen­­gelagert werden soll.“

Zur Drucksache 18/45 des Bayerischen Landtags: Anfragen zum Plenum am 18.12.2018, Seite 34

Schleswig-Holstein
Auch Schleswig-Holstein erklärt sich bereit, Verantwortung zu übernehmen. Der damalige Energie­wende­minister Dr. Robert Habeck begrüßte das Konzept des Bundes­umwelt­ministeriums als faire Lasten­verteilung.
Baden-Württemberg
Für Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller bedeutet diese Entscheidung,

„dass im Prozess der Endlagersuche ein Hindernis weniger auf dem Weg liegt“.

„Mein Konzept soll den Atomkonzernen als Richtschnur dienen, wie sie ihre gesetzlichen Verpflichtungen zur Rückführung und Aufbewahrung der verglasten radioaktiven Abfälle aus der Auslandswiederaufarbeitung erfüllen können“,

erklärte die damalige Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks.

Zur Pressemeldung des Bundesumweltministeriums

Freistaat Bayern

Die Bayerische Staats­regierung erkennt die Rückführung als gesamt­staatliche Aufgabe an. Bundes­umweltmini­sterium und Bayerische Staats­regierung haben eine gemein­same Erklärung zur Rückführung veröffentlicht.



In einer Pressemitteilung sichert der damalige Minister­präsident Horst Seehofer zu, im Zwischenlager Isar sieben Castoren zwischenzulagern, falls auch die weiteren in Betracht kommenden Standorte in Schleswig-Holstein, Hessen und Baden-Württemberg Castoren aufnehmen.

Weiter führt Ministerpräsident Seehofer aus:

„Tragfähige Lösungen für die großen Herausfor­derungen unserer Zeit findet man nur im Konsens. Die sichere Lagerung und Zwischen­lagerung von Relikten aus der Zeit der Atom­energie ist eine gesamt­staatliche Aufgabe. Bayern wird hier selbst­verständlich Mitver­ant­wor­tung über­nehmen.“

Zur Pressemitteilung der Bayerischen Staatsregierung

Diese Position hat die amtierende Bayerische Staats­regierung aktuell noch einmal bestätigt. In seiner Antwort auf die Anfrage einer Landtags­­abgeordne­ten zur Plenar­sitzung am 11. Dezember 2018 stellte das für die Atom­­aufsicht in Bayern verant­wort­liche Staats­­ministerium für Umwelt und Verbraucher­­schutz klar:

„Die Standort-Zwischen­­lager erfüllen alle Anforde­rungen. […] Es wurde 2015 zwischen Bund und Freistaat Bayern vereinbart, dass u. a. im Standort-Zwischen­­lager Niederaich­­bach ein Teil der zurück­­zuführen­­den radioaktiven Abfälle zwischen­­gelagert werden soll.“

Zur Drucksache 18/45 des Bayerischen Landtags: Anfragen zum Plenum am 18.12.2018, Seite 34

Schleswig-Holstein
Auch Schleswig-Holstein erklärt sich bereit, Verantwortung zu übernehmen. Der damalige Energie­wende­minister Dr. Robert Habeck begrüßte das Konzept des Bundes­umwelt­ministeriums als faire Lasten­verteilung.
Baden-Württemberg
Für Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller bedeutet diese Entscheidung,

„dass im Prozess der Endlagersuche ein Hindernis weniger auf dem Weg liegt“.

Gesetzliche Grundlage der Rückführung

Seit 1. Januar 2014 haben gemäß § 9a Absatz 2a AtG die Energieversorger dafür zu sorgen, dass die verbliebenen radioaktiven Abfälle aus der Wiederaufarbeitung zurückgenommen und in standortnahen Zwischenlagern aufbewahrt werden.

„Der Betreiber von Anlagen zur Spaltung von Kernbrenn­stoffen zur gewerb­lichen Erzeugung von Elektri­zität hat auch dafür zu sorgen, dass die aus der Aufarbei­tung bestrahlter Kernbrenn­stoffe im Ausland stammenden verfestigten Spaltproduktlösungen zurückgenommen und in standortnahen Zwischenlagern […] bis zu deren Abliefe­rung an eine Anlage zur Endla­gerung radioaktiver Abfälle aufbewahrt werden.“

Der Begriff „standortnah“ bezieht sich dabei auf die Zwischenlager an den Standorten der Atomkraftwerke.

Das Atomgesetz (AtG)

Herkunft der ins Ausland gelieferten Mengen

Die deutschen Energieversorgungsunternehmen haben ihre ausgedienten Brennelemente aus Deutschland in Transportbehälter verpackt und zur Wiederaufarbeitung nach Frankreich (La Hague) und Großbritannien (Sellafield) transportiert.

Insgesamt wurden rund 5.393 Tonnen radioaktives Schwermetall (Kernbrennstoff) nach La Hague in Frankreich und rund 851 Tonnen nach Sellafield in Großbritannien geliefert. Die hochradioaktiven Abfälle, die nach Deutschland zurückgeführt werden, sind bei der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente angefallen. Diese stammten auch aus den Atomkraftwerken in Biblis, Brokdorf, Isar und Philippsburg.

Die Verteilung der Behälter auf die vier Standorte ist fair und ausgewogen, denn sie orientiert sich auch regional am Verursacherprinzip. Nach Abschluss der Rückführung werden die hochradioaktiven Abfälle aus der Wiederaufarbeitung in den fünf Bundesländern zwischengelagert, aus deren Atomkraftwerken anteilig die größte Menge an Kernbrennstoff zur Wiederaufarbeitung ins Ausland verbracht wurde.

Anteil der Atomkraftwerke nach Bundesland an der Menge Kernbrennstoff, die zur Wiederaufarbeitung ins Ausland verbracht wurde (100 Prozent = 6.244 Tonnen Schwermetall; Quelle BMU)

Die größte Menge Kernbrennstoff wurde aus niedersächsischen AKW zur Wiederaufarbeitung ins Ausland gebracht. Nach Niedersachsen wurden 108 CASTOR®-Behälter mit Rückständen aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente zurückgeführt. Fast ebenso viel Material wurde aus den bayerischen Atomkraftwerken zur Wiederaufarbeitung ins Ausland gebracht. Nach Bayern wurde bislang kein einziger CASTOR®-Behälter mit Rückständen aus der Wiederaufarbeitung bayerischer Brennelemente zurückgeführt.

Verteilung auf die vier Zwischenlager

Die CASTOR® HAW28M-Behälter mit verglasten radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung in Großbritannien und in Frankreich werden auf insgesamt vier Standort-Zwischenlager in ganz Deutschland verteilt.

Im Standort-Zwischenlager Philippsburg werden fünf Behälter mit verglasten mittel­radioaktiven Abfällen aus der Wieder­auf­arbeitung in Frankreich aufbewahrt. Im Standort-Zwischenlager Biblis werden nach Abschluss der Rücknahme sechs Behälter, an den Standort-Zwischenlagern Brokdorf und Isar jeweils sieben Behälter mit verglasten hochradioakiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung in Großbritannien aufbewahrt.

Die Grafik zeigt das Beispiel Isar.

Behälter für Transport und Lagerung

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CASTOR® HAW28M

Die radioaktiven Abfälle aus der Wiederaufarbeitung werden vor Ort in La Hague und in Sellafield in Glas eingeschmolzen und noch im flüssigen Zustand in eine Edelstahl­hülle, die sogenannte Kokille, gefüllt. Anschließend wird diese Kokille dicht verschweißt, und es werden je 28 dieser Kokillen in einem CASTOR® HAW28M-Behälter sicher verpackt.

Der Behälter ist zugelassen für den Transport in Deutsch­land, Frankreich sowie England. Darüber hinaus hat er die Zulassung auch für den See­transport von England nach Deutsch­land. Diese Zulassung sieht in der aktuellen Fassung nur den inneren Deckel für den Transport vor.

Der Gussmetall-Behälter mit einer Wandstärke von rund 40 cm schirmt die Strahlung der radio­aktiven Abfälle wirkungsvoll ab. Mit seinem Deckel­system, bestehend aus den massiven Stahl­deckeln, den Metall­dichtungen und der Verschrau­bung schließt er die radio­aktiven Abfälle bei Transport und Lagerung sicher und zuverlässig ein und führt die von den Abfällen ausgehende Wärme über die inneren Strukturen, den Behälter­körper und die Kühlrippen nach außen ab.

Technische Daten

Beladekapazität

Max. 28 Kokillen mit verglastem, hochradioaktiven Material
Gesamtwärmeleistung: max. 56 kW
Gesamtaktivität: max. 1.270 PBq

Abmessungen und Gewichte des Behälters in der Lagerkonfiguration

Gesamthöhe: ca. 6,1 m
Außendurchmesser: ca. 5,5 m
Schachthöhe: ca. 5,2 m
Schachtdurchmesser: ca. 1,4 m
Behältergewicht, beladen: 115 t

Gewichtsvergleich CASTOR® HAW28M und Flugzeug

Sicherheit der Behälter

Der CASTOR®-Behälter hält extremen Unfallbedingungen stand. Zahlreiche Tests in den vergangenen vier Jahrzehnten belegen die Sicherheit des Behälters. Er wurde weltweit den meisten Versuchen zur Behältersicherheit unterzogen.

Falltests

Falltests aus unterschied­lichen Höhen (7,5 m bis 40 m) mit variierten Aufprall­bedingun­gen (horizontal, diagonal, vertikal) nach den Rege­lungen der IAEA (Interna­tional Atomic Energy Agency). Der Behälter­hersteller hat darüber hinaus Anfang der 1990er Jahre weitere Tests durchgeführt, die über die Anfor­derungen der Zulassungs- und Genehmi­gungs­behörde hinaus­gehen. Der Behälter blieb bei den Tests dicht.

Feuertest

Thermische Tests, wie Feuertests und Wärme­last­versuche: Hier stehen die Behälter­tempe­raturen im Mittel­punkt. Heute erlauben Computer­simu­latio­nen zuver­lässige Vorher­sagen und haben die Fall- und Feuertests ersetzt. Der Behälter hält den Temperaturen unbeschadet stand.

Weitere Tests

Tests, die ergänzend zu den Sicher­heits­anfor­derun­gen der Behörden sind. Zum Beispiel eine Explosion eines gefüllten Tank­wagens mit Flüssiggas neben einem CASTOR®-Behälter. Der Versuchs­aufbau wurde so lange erhitzt, bis der Innnen­druck des Gastes zum Bersten des Tank­wagens und zur nachfol­genden Explosion des Gases führte. Der Behälter schlug einige Meter vom Versuchsaufbau entfernt ins Erdreich ein. Der Behälter ist dicht geblieben.

Die Glaskokille

Bei der „Verglasung“ wird der hochradioaktive Abfall nicht etwa in Glasbehälter gefüllt. Die hochradioaktive Abfallmasse wird bei ca. 1.100° Celsius mit einem Spezialglas verschmolzen, um sie zu binden.

Die noch flüssige Glasmasse wird in einen Edelstahl­behälter, die soge­nannte Kokille, gefüllt und erstarrt beim Abkühlen. Anschließend wird die Kokille mit einem aufge­schweißten Edelstahl­deckel dicht verschlossen. Die zylinder­förmige Glaskokille hat einen Durch­messer von 43 cm und eine Höhe von 134 cm. Sie kann ca. 400 Kilogramm Glasmasse aufnehmen. Die hoch­radioak­tiven Stoffe sind jetzt fest im Inneren der Kokille eingeschlossen. Das Verschmelzen ist vergleich­bar mit dem Einfärben von Glasflaschen. Hierbei bildet der Farbstoff, beispiels­weise Eisen bei grünen Wein­flaschen oder Kobalt bei blauen Vasen, eine Einheit mit dem Glas und lässt sich auch durch Zerkleinern oder Erhitzen nicht mehr aus dem Glas entfernen.

Dadurch ist der sichere Einschluss der radioaktiven Stoffe bereits durch die Glasmatrix und die verschweißten Kokillen gewährleistet. Eine weitere Barriere stellt der CASTOR®-Behälter mit seinem Doppeldeckel-Dichtsystem dar. Der Behälter schirmt zusätzlich die von dem Inventar ausgehende radioaktive Strahlung sicher ab.

Das genehmigte Reparaturkonzept

Hochradioaktive Stoffe jederzeit sicher einschließen – das ist eine der Hauptaufgaben, die die Behälter vom Typ CASTOR® erfüllen. Diese kommen bei Transport und Zwischenlagerung der hochradioaktiven Abfälle zum Einsatz, die bei der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente im Ausland angefallen sind.

Bis heute hat es an den mehr als 1.200 in Deutschland gelagerten CASTOR®-Behältern keine Veränderungen im Deckelsystem gegeben. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass es zu einer Veränderung des Drucks im Deckelsystem eines CASTOR®-Behälters kommen sollte, gibt es ein genehmigtes Überwachungs- und Reparaturkonzept.

Die rund 115 Tonnen schweren Behälter sind beim Transport mit einem massiven Edelstahldeckel verschlossen. Zwischen Behälter und Deckel ist eine Metalldichtung eingebaut. Bereits mit diesem ersten Deckel ist der CASTOR® verschlossen und lässt sich transportieren.

Darüber wird noch ein zweiter Deckel aufgesetzt. Auch dieser zweite Deckel ist mit einer Metalldichtung versehen. Zwischen beiden Deckeln wird mit Heliumgas ein Überdruck erzeugt. Während der Zwischenlagerung überwacht ein Messgerät diesen Druck permanent.

Im Fall einer Druckveränderung zwischen beiden Deckeln kommt das mit den Behörden abgestimmte Reparaturkonzept zur Anwendung.

Ein solcher Fall ist bislang bei keinem der über 1.200 in Deutschland gelagerten CASTOR®-Behälter jemals eingetreten.

Ist die äußere Deckeldichtung ursächlich für die Druckveränderung, sieht das Reparaturkonzept vor, dass der äußere Deckel im Zwischenlager abgenommen und eine neue Dichtung eingesetzt wird. Dabei bleibt der CASTOR®-Behälter durch den inneren Deckel verschlossen.

Auch für eine Druckveränderung, die durch die innere Deckeldichtung verursacht wird, ist im Reparaturkonzept vorgesorgt. Die Doppelbarriere und ihre Überwachbarkeit lassen sich auch jetzt wiederherstellen.

In diesem Fall wird im Zwischenlager ein zusätzlicher Deckel, der sogenannte Fügedeckel, aufgesetzt und mit dem Behälter verschweißt.

Zwischen dem äußeren Deckel und dem darüber aufgeschweißten Fügedeckel entsteht ein neuer Zwischenraum, der mit Helium gefüllt und überwacht wird.

Während der Fügedeckel aufgeschweißt wird, bleibt der CASTOR®-Behälter durch den äußeren Deckel fest verschlossen.

Durch den Fügedeckel ist die überwachte Doppelbarriere damit wieder hergestellt. Eine „heiße Zelle“ ist für das Reparaturkonzept nicht erforderlich, da der Behälter zu keinem Zeitpunkt geöffnet werden muss.

Dieses Vorgehen ist das genehmigte Reparaturkonzept für alle in Deutschland gelagerten CASTOR®-Behälter. In der Praxis musste es noch nie angewendet werden.

Schritt für Schritt: das Reparaturkonzept. Hier klicken.

Die rund 115 Tonnen schweren Behälter sind beim Transport mit einem massiven Edelstahldeckel verschlossen. Zwischen Behälter und Deckel ist eine Metalldichtung eingebaut. Bereits mit diesem ersten Deckel ist der CASTOR® verschlossen und lässt sich transportieren.

Darüber wird noch ein zweiter Deckel aufgesetzt. Auch dieser zweite Deckel ist mit einer Metalldichtung versehen. Zwischen beiden Deckeln wird mit Heliumgas ein Überdruck erzeugt. Während der Zwischenlagerung überwacht ein Messgerät diesen Druck permanent.

Im Fall einer Druckveränderung zwischen beiden Deckeln kommt das mit den Behörden abgestimmte Reparaturkonzept zur Anwendung.

Ein solcher Fall ist bislang bei keinem der über 1.200 in Deutschland gelagerten CASTOR®-Behälter jemals eingetreten.

Ist die äußere Deckeldichtung ursächlich für die Druckveränderung, sieht das Reparaturkonzept vor, dass der äußere Deckel im Zwischenlager abgenommen und eine neue Dichtung eingesetzt wird. Dabei bleibt der CASTOR®-Behälter durch den inneren Deckel verschlossen.

Auch für eine Druckveränderung, die durch die innere Deckeldichtung verursacht wird, ist im Reparaturkonzept vorgesorgt. Die Doppelbarriere und ihre Überwachbarkeit lassen sich auch jetzt wiederherstellen.
In diesem Fall wird im Zwischenlager ein zusätzlicher Deckel, der sogenannte Fügedeckel, aufgesetzt und mit dem Behälter verschweißt.

Zwischen dem äußeren Deckel und dem darüber aufgeschweißten Fügedeckel entsteht ein neuer Zwischenraum, der mit Helium gefüllt und überwacht wird.

Während der Fügedeckel aufgeschweißt wird, bleibt der CASTOR®-Behälter durch den äußeren Deckel fest verschlossen.

Durch den Fügedeckel ist die überwachte Doppelbarriere damit wieder hergestellt. Eine „heiße Zelle“ ist für das Reparaturkonzept nicht erforderlich, da der Behälter zu keinem Zeitpunkt geöffnet werden muss.

Dieses Vorgehen ist das genehmigte Reparaturkonzept für alle in Deutschland gelagerten CASTOR®-Behälter. In der Praxis musste es noch nie angewendet werden.

Alle Behälter lassen sich zum Endlager abtransportieren

Auch ein CASTOR®-Behälter, bei dem ein Fügedeckel aufgeschweißt wurde, ist für den Transport zum Endlager geeignet. Ein solcher Behälter wird während des Abtransports wie beim Antransport mit einem Deckel verschlossen: Während der Fügedeckel vor dem Abtransport entfernt wird, verschließt der äußere Deckel den Behälter während des Transports.

Der CASTOR® HAW28M darf nach der aktuellen Zulassung nur mit dem inneren Deckel transportiert werden. Der Behälterhersteller hat der Genehmigungsbehörde im Rahmen der laufenden Genehmigungsverfahren für die vier oben genannten Standorte in einem Konzept dargestellt, wie ein Abtransport aus einem Zwischenlager erfolgt. Dieses Konzept sieht vor, dass die verkehrsrechtliche Zulassung auf den äußeren Deckel erweitert wird. Aus technischer Sicht liegen keine Erkenntnisse vor, die dieses Konzept in Frage stellen. Der Behälterhersteller ist von der BGZ bereits beauftragt, für diesen unwahrscheinlichen Sonderfall die erforderliche Erweiterung der Behälterzulassung des CASTOR® HAW28M zu erwirken.

Da nach diesem Konzept auch bei einer Druckveränderung im Deckelsystem der CASTOR® HAW28M mit dem äußeren Deckel weiterhin verschlossen bleibt, wird auch hierfür keine „heiße Zelle“ am Standort benötigt.

Somit ist gewährleistet, dass sich sämtliche CASTOR®-Behälter sicher zwischenlagern und aus dem Zwischenlager zum Endlager abtransportieren lassen.

Am Standort des Endlagers ist zudem ein Eingangslager mit Konditionierungsanlage vorgesehen. Hier werden die hochradioaktiven Abfälle auf die Einlagerung in das Endlager vorbereitet.

Das Zwischenlager bleibt ein Zwischenlager.

CASTOR® HAW28M im Zwischenlager

Transport des Behälters in den Wartungsraum des Zwischenlagers.
Behälter im Wartungsraum mit Primärdeckel und Moderatorplatte.
Der Sekundärdeckel wird überprüft und montiert.
Anziehen der Schrauben des Sekundärdeckels.
Der Behälter wird auf seinem Stellplatz abgestellt.

Schritt für Schritt: Transport eines CASTOR® HAW28M. Hier klicken.

Transport des Behälters in den Wartungsraum des Zwischenlagers.
Behälter im Wartungsraum mit Primärdeckel und Moderatorplatte.
Der Sekundärdeckel wird überprüft und montiert.
Anziehen der Schrauben des Sekundärdeckels.
Der Behälter wird auf seinem Stellplatz abgestellt.

Sicherheit bis zur Endlagerung

Im August 2015 hat das Bundeskabinett zur verantwortungsvollen und sicheren Entsorgung radioaktiver Abfälle in Deutschland das Nationale Entsorgungsprogramm beschlossen.

Zuvor wurde die Öffentlichkeit im Rahmen einer Strategischen Umweltprüfung umfassend beteiligt. Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung konnten sowohl Behörden als auch Bürgerinnen und Bürger zum Entwurf Stellung nehmen. Mit dem Nationalen Entsorgungsprogramm liegt in Deutschland eine unter Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Bundesländer erstellte Strategie zum Umgang mit den radioaktiven Abfällen vor. Neben schwach- und mittelradioaktiven Abfällen aller Art sowie hochradioaktiven Abfällen aus den Atomkraftwerken schließt diese Strategie auch die Abfälle aus der Wiederaufarbeitung ein. Diese sollen bis zu ihrer Endlagerung in den Zwischenlagern aufbewahrt werden.

Gemäß Standortauswahlgesetz soll im Jahr 2031 ein Standort für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle festgelegt werden. Im Anschluss daran erfolgen die Genehmigung und die Errichtung des Endlagers. Voraussichtlich um das Jahr 2050 soll das Endlager in Betrieb gehen.

Am Standort des Endlagers soll gemäß Nationalem Entsorgungsprogramm ein Eingangslager errichtet werden. Dieses Eingangslager soll mit der ersten Teilgenehmigung des Endlagers – also zu Beginn der 40er Jahre – genehmigt werden. Dadurch kann mit der Räumung der Zwischenlager vor Inbetriebnahme des Endlagers begonnen werden.

Dialog und Transparenz

Die BGZ hat gemeinsam mit dem Bundes­­umwelt­­ministe­rium und den Energie­­versorgungs­­unter­neh­men frühzeitig an allen vier Stand­orten über die Rück­­führung informiert. Dieser Dialog auf Augen­höhe mit den Menschen in der Region wird fort­gesetzt: Zuletzt fand hierzu am 08.05.2019 eine Dialog­veran­stal­tung im Hotel Sell in Brokdorf statt. Am 16.05.2019 veran­staltete die BGZ eine weitere Infor­mations­ver­anstal­tung in der Aich­bach­halle in Nieder­aichbach. Die Termine für Biblis und Philipps­burg werden unter anderem auf dieser Seite ver­öffent­licht.

Isar
Gut 500 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung der BGZ. Mit den Anwohnerinnen und Anwohnern des Zwischenlagers Isar hat BGZ den Dialog zur Rückführung der radioaktiven Abfälle aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente im Ausland fortgesetzt.

Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit hat als Genehmigungs-
behörde eine Stellungnahme zur den Darstellungen der Gemeinde Niederaichbach zur Aufbewahrung verglaster hochradioaktiver Abfälle aus der Wiederaufarbeitung in Großbritannien veröffentlicht.

Zuständigkeiten bei der Rückführung

GNS Gesellschaft für Nuklear-Service
(im Auftrag der Abfallverursacher)

  • Behälterherstellung
  • Überwachung der Behälterbeladung in GB und F
  • Planung und Durchführung der Transporte

BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung

  • Annahme und Prüfung der beladenen Behälter
  • Einlagerung der Behälter in Zwischenlager
  • Sichere Zwischenlagerung der Behälter
  • Abtransport zur Endlagerung

BGE Bundesgesellschaft für Endlagerung

  • Annahme und Prüfung der Behälter
  • Betrieb des Eingangslagers am Endlagerstandort gemäß Standortauswahlgesetz
  • Einlagerung in das Endlager